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Dimensionierung von Solarsystemen

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Die Dimensionierung eines Solarsystems wirkt simpel, ist aber in Wahrheit eine Kette von Annahmen.

Sie beginnt mit dem täglichen Energiebedarf, wird dann über PSH und Systemverluste in eine Arraygröße übersetzt und anschließend mit Dachfläche, Wechselrichter, Speicherziel und Systemtyp abgeglichen. Genau deshalb reicht eine einzelne schnelle Formel allein selten aus.

Dieser Leitfaden zeigt die Kernformel, den Umgang mit PSH, typische Verlustfaktoren und die Unterschiede zwischen Netz, Hybrid und Insel.

Grafik zur Dimensionierung von Solarsystemen

Anlagengröße (kW) =
Tageslast / (Peak Sun Hours x Systemwirkungsgrad)

Beispiel:

Bei 20 kWh/Tag, 5 h PSH und 0.80 Systemwirkungsgrad ergibt sich:

20 / (5 x 0.80) = 5 kW
  • Tageslast: realer Energiebedarf in kWh/Tag
  • PSH: standortabhängige Solarressource
  • Wirkungsgrad oder Derating-Faktor: reale Verluste zwischen Modulleistung und nutzbarer Energie
VerlustquelleGrober Bereich
Temperatur5% bis 7%
Kabel und Steckverbinder2% bis 3%
Wechselrichter2% bis 4%
MPPT1% bis 2%
Verschattung0% bis 10%
Verschmutzung1% bis 7%

Deshalb wird in der Praxis oft mit einem Wirkungsgrad von etwa 0.75 bis 0.80 gerechnet, nicht mit idealer Nennleistung.

PSH ist keine Tageslichtdauer, sondern eine äquivalente Sonnenstundenzahl.

Beispielhafte Bereiche:

RegionTypische PSH
Deutschland Südetwa 3.0 bis 3.5
Vereinigtes Königreichetwa 2.5 bis 3.5
Vancouveretwa 3.8 bis 4.1
Adelaideetwa 5.0 bis 5.5
U.S. Southwestetwa 6.0 bis 7.0

Für echte Projekte sollte möglichst ein standortbezogenes Tool wie PVWatts oder PVGIS verwendet werden.

Meist genügt ein Jahresmittel, weil das Netz Überschüsse und Defizite ausgleicht.

Hier sollte eher mit dem schwachen Monat oder Winterwert gerechnet werden, weil kein Netzbackup existiert.

Liegt dazwischen, weil Batteriestrategie und Backup-Ziel wichtiger werden als bei reinem Netzbetrieb.

Modulzahl = Anlagengröße in W / Modulleistung in W

Ein 5 kW-System mit 400 W-Modulen braucht grob:

5000 / 400 = 12.5

also etwa 13 Module.

  • Tageslicht mit PSH verwechseln
  • Nennleistung direkt als nutzbare Leistung behandeln
  • zu optimistischen Derating-Faktor verwenden
  • Dachrestriktionen zu spät prüfen
  • für Inselanlagen den Jahresdurchschnitt statt den schlechten Monat nutzen
Play
  • Die Arraygröße entsteht aus Last, PSH und realistischem Wirkungsgrad.
  • Netz-, Hybrid- und Inselanlagen dürfen nicht mit identischen Annahmen gerechnet werden.
  • Die mathematisch richtige Größe muss am Ende immer noch auf Dach und Systemarchitektur passen.